Fahrzeugbergung im Illerkanal

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Neu-Ulm,

Im Auftrag des Kanalbetreibers führte der THW Ortsverband Neu-Ulm gemeinsam mit den Wasserwachten Senden und Illertissen am 2. November eine umfangreiche technische Fahrzeugbergung im Illerkanal durch. Ziel war es, ein im Wasser liegendes Fahrzeug zu lokalisieren, zu sichern und kontrolliert an Land zu bringen. Die Maßnahme diente zugleich als wertvolle Gelegenheit, das Zusammenspiel der beteiligten Organisationen in einem realitätsnahen Szenario zu trainieren.

Lageerkundung und Vorbereitung

Zu Beginn führte die Wasserwacht mithilfe eines Sonargeräts eine Ortung durch. Die Position des zu bergenden Fahrzeugs konnte so präzise im Kanal festgestellt werden. Anschließend ging ein erster Tauchtrupp der Wasserwacht ins Wasser, um das Fahrzeug zu markieren und eine erste Erkundung unter Wasser durchzuführen.
Zeitgleich bereitete das THW seine Taucher sowie die technischen Geräte darauf vor, die Bergung zu übernehmen. Geräte, Hebemittel und Sicherungsmaterial wurden am Ufer vorbereitet und auf das Boot der Wasserwacht verladen.

Umwelt- und Sicherheitsmaßnahmen

Vor dem Beginn der Arbeiten an dem Fahrzeug wurde zum Schutz des Gewässers eine Ölsperre ausgebracht. Besonders bei älteren Fahrzeugen besteht eine erhöhte Gefahr, dass austretende Flüssigkeiten das Wasser verunreinigen.
Im Anschluss begannen die THW-Taucher damit, unter Wasser zwei große Hebekissen mit jeweils bis 1.000 kg Tragkraft am Fahrzeug anzubringen. Zusätzlich wurde die Seilwinde eines Gerätekraftwagens eingesetzt, um das Fahrzeug gegen Abdriften zu sichern und die Bewegungen während des Hebevorgangs zu kontrollieren.

Technische Bergung und Herausheben

Durch das kontrollierte Befüllen der Hebekissen konnte das Fahrzeug behutsam vom Grund gelöst und bis an die Wasseroberfläche angehoben werden. Danach wurde es langsam Richtung Ufer geführt, wo der zweite Teil der technischen Bergung begann.
Der Ladekran der Fachgruppe Wassergefahren übernahm schließlich den finalen Hebevorgang an Land. Das Fahrzeug wurde im Anschluss sicher in einer wasserdichten Mulde zwischengelagert, die später dem Kanalbetreiber übergeben wurde.

Koordination und Zusammenarbeit

Die Bergungsmaßnahme zeigte eindrücklich, wie effizient die Zusammenarbeit zwischen Wasserwacht und THW funktioniert, wenn Taucharbeiten, Sonarortung und technische Bergung kombiniert werden müssen. Die strukturierte Abstimmung zwischen den Organisationen ermöglichte einen reibungslosen Ablauf und wertvolle praktische Erkenntnisse für zukünftige Einsätze ähnlicher Art.
Ein herzlicher Dank geht an den Betreiber des Illerkanals für das Vertrauen und die Möglichkeit, unsere Fähigkeiten im Realfall zu üben!

Bilder zur Meldung

Hinweis

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